GOLD 2025 in practice: Enhancing COPD diagnosis in primary care with effective spirometry

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Eine präzise und leicht zugängliche Diagnose ist entscheidend, um die Behandlungsergebnisse von Patientinnen und Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu verbessern. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in den Annals of the American Thoracic Society, untersucht, wie die aktualisierten GOLD-2025-Empfehlungen den Einsatz der Spirometrie in der Primärversorgung vereinfachen und stärken können. Dadurch wird eine frühere Erkennung und eine bessere Behandlung von Atemwegserkrankungen ermöglicht.

Die Spirometrie bleibt der Goldstandard für die Diagnose einer COPD. Allerdings kann der Zugang zu vollständigen Lungenfunktionstests, insbesondere zur Messung nach Gabe eines Bronchodilatators (Post-Bronchodilatator- bzw. Post-BD-Testung), in stark ausgelasteten hausärztlichen Praxen eine Herausforderung darstellen. Die GOLD-2025-Leitlinien greifen dieses Problem auf und empfehlen, dass bei einer prä-Bronchodilatator-Spirometrie (Pre-BD) ohne Anzeichen einer Obstruktion (FEV₁/FVC ≥ 0,70) eine Post-BD-Testung möglicherweise nicht erforderlich ist, sofern kein hoher klinischer Verdacht auf eine Erkrankung besteht. Die Studie untersuchte die praktischen Auswirkungen dieser Empfehlung anhand von Daten von mehr als 1.100 Patientinnen und Patienten in der Primärversorgung.

Die Ergebnisse sind überzeugend: Die Pre-BD-Spirometrie zeigte eine hohe Sensitivität von 91,3 % sowie einen ausgezeichneten negativen prädiktiven Wert von 96,4 % bei der Identifizierung von Personen ohne Atemwegsobstruktion. Das bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzte bei unauffälligen Pre-BD-Ergebnissen mit hoher Sicherheit davon ausgehen können, dass eine COPD unwahrscheinlich ist. Dadurch kann die Notwendigkeit zusätzlicher Untersuchungen reduziert werden. Besonders wichtig ist, dass die Rate übersehener COPD-Diagnosen bei ausschließlicher Nutzung der Pre-BD-Ergebnisse sehr gering war und lediglich 2,2 % der untersuchten Personen betraf.

Diese Erkenntnisse haben bedeutende Auswirkungen auf die Patientenversorgung. Durch die Vereinfachung der Spirometrie-Abläufe können mehr Praxen routinemäßige Lungenfunktionstests anbieten und dadurch eine frühere Diagnose sowie ein früheres Eingreifen ermöglichen. Eine frühzeitige Erkennung erlaubt den rechtzeitigen Beginn einer Behandlung, die Umsetzung von Lebensstiländerungen, beispielsweise die Raucherentwöhnung, sowie eine kontinuierliche Überwachung. All diese Maßnahmen verbessern nachweislich die langfristigen Behandlungsergebnisse.

Die Studie unterstreicht außerdem die Bedeutung der Identifizierung von Patientinnen und Patienten mit Zwischen- oder Vorstadien einer Erkrankung, wie etwa dem Syndrom der erhaltenen FEV₁/FVC-Ratio bei eingeschränkter Spirometrie (Preserved Ratio Impaired Spirometry, PRISm). Viele Betroffene in dieser Kategorie zeigen bereits Symptome und haben ein erhöhtes Risiko, eine COPD zu entwickeln. Dies verdeutlicht den Wert der Spirometrie nicht nur als Diagnoseinstrument, sondern auch als Werkzeug zur laufenden Risikobewertung und Patientenüberwachung.

Für Gesundheitsfachkräfte ist die Botschaft eindeutig: Eine qualitativ hochwertige Spirometrie, insbesondere wenn sie direkt am Behandlungsort verfügbar ist, spielt eine entscheidende Rolle für bessere Ergebnisse in der Atemwegsgesundheit. Durch die Anwendung vereinfachter, evidenzbasierter Ansätze können Ärztinnen und Ärzte die Nutzung von Lungenfunktionstests steigern, die diagnostische Genauigkeit verbessern und sicherstellen, dass mehr Patientinnen und Patienten frühzeitig die notwendige Versorgung erhalten.

Referenzen:

Yawn BP, Angulo D, Joo M, et al. A CAPTURE ancillary study to assess GOLD 2025 spirometry recommendations in primary care adults. Annals of the American Thoracic Society. 2026;23(6):873–883. https://doi.org/10.1093/annalsats/aaoag020

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